Bildung als Grundbegriff der deutschen Pädagogik

"Der Begriff „Bildung“ darf als der Grundbegriff der deutschen Pädagogik und gleichzeitig als ihr Programm betrachtet werden. In anderen Sprachen ist kein Äquivalent bekannt (Bildung als deutsches Deutungsmuster; vgl. Bollenbeck 1994).

Auch wenn sich begriffsgeschichtlich die Anfänge von „Bildung“ bis ins Mittelalter zurückverfolgen lassen (Schöpferische Tätigkeit Gottes), wird „Bildung“ erst im 18. Jahrhundert als Terminus pädagogischer Fachsprache relevant und findet hier, befreit von theologischen und mystischen Bezügen, seine neuzeitliche Verwendung. „Bildung“ ist mit dem Begriff „Erziehung“ die programmatische Formel, mit der pädagogisch in der Moderne die Entwicklung des Subjekts gefördert werden soll. Innerhalb dieses Zielfeldes liegt aber keine einheitliche Begriffsverwendung vor. Bildung wird sowohl als Prozess wie auch als Resultat verstanden. Die Möglichkeit einer planmäßigen Konstituierung des Subjekts durch Bildung wird (in der postmoderner Kritik) in Frage gestellt. Art und Referenzobjekte der begrifflichen Bestimmung von „Bildung“ sind sowohl im Rahmen der historischen, aber auch in der aktuellen bildungstheoretischen Diskussion so unterschiedlich, dass von Bildungsbegriffen die Rede sein muss."

 

 


Überdenken des Bildungsbegriffes

In einem Interview auf NDR3 Kultur in der Reihe "Klassik à la carte"/ "Thementag Bildung" am 9. Februar 2009 erläutert der OECD-Bildungsforscher und PISA-Experte Andreas Schleicher Hintergründe und Aussagen zur PISA-Studie in Deutschland. Eine Konsequenz aus den Ergebnissen sei ein notwendiges Überdenken des Bildungsbegriffs.

Bildung ist demnach viel weiter zu fassen als Ausbildung. Ein rein funktionaler Bildungsbegriff sei nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr verlange ein erweitertes Verständnis von Bildung die Grundlegung von Motivation für das Lernen an sich und damit auch für Lernen im gesamten Lebenslauf.

lesen Sie mehr dazu: tl_files/artikel/allgemein/verkn.jpg http://www.reticon.de/news/2383.html

 


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