Erhellende Hirnforschung

Nicole BeckerIn der Frankfurter Rundschau vom 9.2.2009 schreibt Nicole Becker einen Gastbeitrag zum Thema Hirnforschung und Pädagogik. Bedingt durch die Erfolge im Rahmen der Biowissenschaften sieht sie eine wachsende Verbindung (Interdisziplinarität) zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen als mehr und mehr gegeben an.

Das betrifft speziell auch die Pädagogik. Während manche die genannten Ergebnisse und Erkenntnisse als nicht besonders hilfreich erachten, sehen andere Pädagogen hier durchaus Ansätze, die praxistauglich sein können. Viele fühlen sich auch an Prämissen der Reformpädagogik erinnert.

"Biologische Wissensbestände sind besonders dann interessant für die Erziehungswissenschaft, wenn es um "Abweichungen" und nicht so sehr, wenn es ums Prozessieren im "Normalhirn" geht. Die neuronalen Korrelate für psychische Störungen sowie für Verhaltens- und Lernstörungen sind nicht nur deshalb aufschlussreich, weil sie helfen können, die Phänomene besser zu verstehen, sondern auch, weil es Bemühungen gibt, Auswirkungen von therapeutischen Verfahren nicht allein auf Verhaltensebene nachzuweisen, sondern auch die damit einhergehenden Veränderungen auf hirnfunktioneller Ebene zu untersuchen." konstatiert N.Becker in ihrem Beitrag und folgert daraus: "Die Erziehungswissenschaft könnte von einer Beschäftigung mit den Erkenntnissen der Biowissenschaften profitieren. Dazu muss sie sich vom Modus der selbstbestätigenden Rezeption lösen und darauf gefasst sein, auch irritiert zu werden."

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