Strategien der Ausgrenzung

Interdisziplinäre Tagung „Strategien der Ausgrenzung - Exkludierende Effekte staatlicher Politik und alltäglicher Praktiken in Bildung und Gesellschaft. Perspektiven der Erziehungswissenschaft und der Sozialwissenschaften auf Integration und Segregation“

 

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Politik und Medienpräsenz

Was Bürger und Medienutzer wohl mehr beeinflusst als die Arbeit von Regierung und Parlament ist häufig die mediale Päsentation dieser Arbeit.
In einem Vortrag zum Gründungskongrerss des Casino zu Coblenz sprach der Publizist Wolfram Weiler sogar davon "zu einer Public-Relation-Entertainment-Nutzwert-Blendwerk-Industrie" zu infantilisieren. Er fordert insbesondere eine "neue Hierarchie der Wertigkeiten" speziell auch für Politiker ein. Es komme, so führte er aus, den Mandatsträgern heute mehr auf Medienpräsenz als auf Inhalte an. Oft scheint es, dass Politiker auf einer Ebene mit Sportstars und Größen im Showgeschäft konkurrieren. So ist z.B. das Dekolleté der Kanzlerin eher einen Aufmacher wert als die wirklichen Versäumnisse in Technik und Wissenschaft. Sicher, Politiker machen die Presse nicht, aber sie nutzen (oft sehr egoistisch) alle Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Teils auch mit Stellungnahmen, die sich sogar am Stammtisch verbieten würden.
Laut Weimer setzt sich der Normalbürger täglich 500 Minuten lang mit den verschiedensten Medien auseinander bzw. lässt sich undifferenziert speziell von den Bildern in seiner individuellen  Wahrnehmung beeinflussen. Die Annahme, dass die Medien (in ihrer Gesamtheit) eine entscheidende Macht im Staat haben, ist aus dieser Sicht mehr als begründet. Viele Bürger bilden sich u.a. ihre Meinung im Betrachten von Talkshows, die zwar den Anspruch erheben aufklärend zu sein, dies aber zumeist weder erfüllen können noch wollen. Eine sicher entscheidende Rolle spielt auch die Verbreitung und Nutzung der Tagespresse. In der Rhein-Zeitung jedenfalls kann man bei gründlicher Betrachtung die Verwendung von (überformatigen) Bildern unter Verzicht auf echte und kritische Recherche (Platzmangel?) nur bestaunen.

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