Baulücken in Koblenz

16.12.2010 - 10:12 von Dipl.Päd. Manfred Schreiber (Kommentare: 2)

Schandfleck (noch zur BUGA?)Koblenz: Stadt der Baulücken

"Loch an Loch, und man tut es doch?"


In einem umfänglichen Artikel beleuchtet die Rhein-Zeitung (16.12.2010) das Erscheinungsbild der Stadt, wie es sich den Einwohnern und auch allen Besuchern zur Zeit und wahrscheinlich auch noch über die BUGA hinaus darbietet. Insbesondere wird dabei auf die hässlichen Baulücken hingewiesen. Das sind aber insgesamt nur relativ wenige Negativbeispiele. Wie man so etwas handhaben kann, sieht man z.B. auch an dem Bau des neuen Justizzentrums! Liegt das vielleicht daran, dass hier durch private(?) Investoren eine effektivere Planung und Realisation möglich war?

Ob allerdings verdeckende Wände oder gar aufzubauende Kulissen (Potemkinsche Dörfer!) die richtige Antwort darauf wären, ist zweifelhaft. Man könnte versucht sein, die initiierenden Faktoren auch in einer fehlenden oder mangelhaften Bauleitplanung zu suchen.

Da könnte man auch an das leidige Thema "Rheinanlagen-Café" denken. Wenigstens hier sind einige Fehler oder Versäumnisse etwas leichter festzumachen, wie einige Artikel in der Lokalpresse klar stellten!

 


Ungeachtet dessen sind die weit größeren Probleme bei den maroden Brücken in Koblenz und weitere Versäumnisse der Stadt in den vergangenen Jahren oder gar Jahrzehnten festzumachen.

Eine stringendere vorausschauende Planung hätte die Häufung vermutlich verhindern können. Das betrifft möglicherweise auch die Erneuerung der Rhein-Mosel-Halle.
Auch wenig überzeugende Entscheidungen wie der "Schienenhaltepunkt" spielen hier eine große Rolle.


tl_files/pfeilrot.jpg  Ergebnis der letzten Stadtratssitzung (wieder einmal Vertagung). "Am Schienenhaltepunkt Mitte in Koblenz darf vorerst weitergebaut werden. Zusätzliche 1,9 Millionen Euro hat der Stadtrat freigegeben und damit den von Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig befürchteten Baustopp verhindert." (RZ)

Es ist nicht überraschend, dass die "Koblenz-Stadtmarketing GmbH" auf ihrer Website
(http://http://www.koblenz-baut.de/) die Situation in einem "rosigen" Licht darstellt.


Es war auch nicht überraschend, dass die Bauarbeiten an der Europabrücke durch einen zu erwartenden Wintereinbruch erheblich beeinträchtigt werden konnten. Das verursachte Verkehrschaos war so nicht nur nicht verhinderbar sondern eher bewusst in Kauf genommen, zumal die Untersuchungen der "maroden" Brücke ja schon seit Jahren laufen. Waren die Schäden wirklich nicht zu erkennen, oder waren Haushaltsprobleme die Ursache? 

 Zitat: " Wegen der neu aufgetretenen Schäden am stadteinwärts führenden Teil der Europabrücke (Oberstrombrücke) ist es erforderlich die Belastung durch den Verkehr weiter zu reduzieren." Sind die Schäden wirklich neu aufgetreten, oder hat man sie einfach nicht erkannt?

 

"An der Europabrücke wurden im letzten Frühjahr unerwartet neue gravierende Schäden entdeckt." heißt es bei der Stadtmarketing. Also schon im Frühjahr!

 

Aber: Der "normale?" Bürger wird das schon schlucken (müssen). Waren die, die jetzt die Leidtragenden sind, eventuell auch bei den öffentlichen Stadtratssitzungen, wo so manches beschlossen wurde?

 


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Kommentar von E.K. | 16.12.2010

"Gut gebrüllt Löwe! Aber in dieser Wüste hört das niemand!"

E.K (tami)

Kommentar von Lothar | 19.12.2010

Trotz Stuttgart 21 und einer vorgeblichen Schlichtung wird wohl gebaut werden. Die Begründungen dazu sind immer dieselben.
  Auch in Koblenz ist das offensichtlich nicht anders. Wird der Schienenhaltepunkt gebaut, kostet er bis zu 20 Millionen. Wird er nicht gebaut, kostet er (nach Feststellungen der Verwaltung ?) wahrscheinlich nicht viel weniger!

Fazit: Dann kann er genausogut gebaut werden, egal ob er sinnvoll ist oder nicht! Entscheidung im Rat kann also problemlos vertagt werden! Bis der Landesrechnungshof die Verschwendung von Steuerngeldern moniert, fließt noch viel Wasser den Rhein runter!

L.S.