04.08.2011 - 02:08 von Dipl.Päd. Manfred Schreiber (Kommentare: 0)
Wie abgeordnetenwatch.de entstand - von Angelika Gardiner
"Dass in der Internetbranche alles ein bisschen schneller geht als in anderen Bereichen, ist mittlerweile bekannt. Doch bei der Verleihung des renommierten Grimme Online Award staunten selbst Profis, wie rasant so ein Aufstieg vom Amateurclub in die erste Liga der Web-Spezialisten passieren kann: Die Internet-Plattform abgeordnetenwatch.de, die es erst seit einem halben Jahr und bisher auch nur in Hamburg gibt, war unter 1.400 Vorschlägen für die Endrunde dieses wichtigsten deutschen Medienpreises ausgewählt worden.
Zwar siegte dann doch ein anderes Projekt, aber die Macher von Abgeordnetenwatch.de, ein Team von jungen Leuten aus dem Landesverband Hamburg von Mehr Demokratie e.V., akzeptierten es ohne Neid. Dass sie überhaupt unter die besten 30 gekommen waren, war schon ein Riesenerfolg. Und das als Ehrenamtliche, die nicht einmal einen finanzkräftigen Sponsor hinter sich hatten!
Aber der Reihe nach. Bei der dreistufigen Volksabstimmung über das neue Hamburger Wahlrecht war an den Infoständen in der Stadt immer wieder die eine Frage gestellt worden: "Wie soll ich denn Personen auswählen – ich kenne die Leute doch gar nicht?" Nach dem gewonnenen Volksentscheid entstand dann abends beim Bier die Idee, wie die Kluft zwischen Wählern und Gewählten zu überwinden wäre: durch eine Dialogmöglichkeit im Internet. Das Team um Boris Hekele und Gregor Hackmack entwickelte ein Konzept, stellte es den Parteien vor und fand schließlich die Unterstützung aller Bürgerschaftsfraktionen. Voraussetzung war die Zusicherung der strikten politischen Neutralität – für die überparteiliche Bürgeraktion Mehr Demokratie e.V. ohnehin kein Problem."
Vielleicht können ja eines Tages überall in deutschen Regionalparlamenten die Bürger ihren Volksvertretern online auf die Finger schauen. Der Demokratie in unserem Land würde es gut bekommen!
abgeordnetenwatch.de gibt es für einige Bundesländer und für den Bundestag. Rheinland-Pfalz scheint sich noch zu zieren.
Landtage auf abgeordnetenwatch.de:
http://www.abgeordnetenwatch.de/landtage-210-0.html
Wie man es nicht machen sollte, sehen Sie am Beispiel BONN
"abgeordnetenwatch.de für den Bundestag: Sie fragen, Abgeordnete antworten. Welche der 622 Bundestagsabgeordneten für Ihren Wahlkreis zuständig sind, erfahren Sie durch Eingabe Ihrer Postleitzahl. Eine Frage stellen Sie, indem Sie einen Abgeordneten anklicken und auf dessen Profilseite Ihren Fragetext eingeben. Über den Eingang einer Antwort werden Sie dann per Mail informiert."
http://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag-360-0.html
Nach anfänglichem Zögern machen immer mehr Abgeordnete mit. Nutzen Sie die Möglichkeiten dieser "demokratischen Teilhabe" ! Ein verwandtes Beispiel haben wir ja in Koblenz mit der
offiziellen Seite unseres Oberbürgermeisters Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig.
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