09.02.2011 - 02:02 von Dipl.Päd. Manfred Schreiber (Kommentare: 1)
Bei der augenblicklichen Verkehrslage in Koblenz kommt der "normale Bürger" immer mehr ins Grübeln. Eine langfristige Strategie zur Verkehrsplanung hat es anscheinend nie gegeben. Sonst gäbe es nicht die Häufungen von Verkehrsbehinderungen an allen Ecken und Enden, die es momentan zu überwinden gilt.
Erste Vermutung: Strategie als Konzept scheint den entsprechenden Behörden (zumindest in Koblenz) eher unbekannt zu sein. Oder sind sie gar ohnehin mit den Aufgaben überfordert?
An die Stelle mangelnder Strategien muss natürlich manchmal auch Improvisation treten. Das klappt aber nur dann, wenn diese auch intelligent und begrenzt vorausschauend stattfindet. Das aber scheint in Koblenz auch nicht annähernd zu funktionieren.
Zweite Vermutung: Offenbar wurde und wird so lange gewartet, bis man reagieren muss. Das aber wäre dann eine wenig professionelle und zusätzlich kostenintensivere Art der Verkehrsvorsorge. Gibt es da vielleicht eine mangelnde Kooperation einzelner Behörden?
Ob und wie auch immer diese Vermutungen stimmen, könnte trotzdem eine ständige und vor allem vollständige Bürgerinformation über die lokale Presse erfolgen. Es kann und darf einfach nicht sein, dass schon einen Tag später Wege gesperrt, Straßen überhaupt nicht mehr befahrbar sind und verständliche Beschilderungen fehlen.
Städtische Behörden (speziell für die Verkehrsplanung) sind prinzipiell und in erster Line für die Bürger von Koblenz da, und zwar als Dienstleister! Wenn sie das nicht leisten können, ist wohl einiges faul. Uns kommt da das Sprichwort in den Sinn: "Der Fisch stinkt vom Kopfe her".
Aber auch Besucher der Stadt sollten sich einfach zurechtfinden können. Im Zweifel kommen sie nämlich nicht wieder. Wie heißt doch der Slogan? "Koblenz, die Stadt zum bleiben!" ...???
Alles zusammengenommen kann auch nicht die BUGA für alle Versäumnisse in der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden. Vielleicht sollte auch einmal öffentlich gemacht werden, wo die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte lagen, wer dafür verantwortlich war oder ist und warum hier keine (auch personelle) Konsequenzen gezogen werden.
Vermutlich wird das zwar nicht passieren, aber es musste einmal gesagt werden
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Kommentar von Perry Golly | 09.02.2011
Mit Sicherheit beschreiben Sie die Situation der gegenwärtigen Koblenzer Verkehrslage völlig richtig. Die vielen kleinen und großen Baustellen, die größtenteils auf Grund der bald beginnenden Bundesgartenschau den Verkehr behindern, sind für viele Bürgerinnen und Bürger eine große Herausforderung. Und natürlich haben wir gerade jetzt, in den verbleibenden Wochen bis zur Eröffnung der Buga eine Häufung der Baustellen, da die geplanten Arbeiten möglichst bis zum 15. April abgeschlossen sein sollen. Danach können wir sicherlich mit einer gewissen Entspannung rechnen.
Bis dahin informiert die Webseite
http://www.koblenz-baut.de/ möglichst frühzeitig, aktuell und umfänglich über die Baumaßnahmen und Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet. Möglicherweise können Sie diese Info auch an Ihre Leserinnen und Leser weitergeben.
Mit freundlichen Grüßen Perry Golly
Anmerkung der Redaktion:
Perry Golly ist seit April 2010 Büroleiter des Oberbürgermeisters bei der Stadtverwaltung. Davor war er Grundsatzreferent im Mainzer Sozialministerium. Der Politologe Metten-Golly ist für die inhaltliche Vorbereitung der Termine des Chefs verantwortlich, zu denen er ihn auch oft begleitet.
Im Übrigen freuen wir uns über diese Zuschrift, die deutlich macht, dass sich der Oberbürgermeister, auch vertreten durch seinen Büroleiter, jeglicher Kritik nicht verschließt. Das scheint uns eine gute Grundlage für die weitere ( sehr schwierige) Politik in Koblenz.