Kurzbericht zum Konzert im Ludwig-Museum

10.02.2011 - 12:02 von Dipl.Päd. Manfred Schreiber (Kommentare: 0)

Ariana BursteinDer folgende Kurzbericht ist nicht die Arbeit eines Musikkritikers sondern nur der Niederschlag der sinnlichen Erfahrung eines Zuhörers!

 

Auch diesmal wieder konnte das Künstlerpaar Burstein-Legnani das zahlreiche Publikum im Ludwig-Museum in Koblenz begeistern.

Ariana Burgstein und Roberto LegnaniDas Programm selbst bewegte sich in überzeugender Form zwischen keltischer Musik und Gipsy Swing. In gewohnt meisterhaften Interpretationen wurden die einzelnen Beiträge umgesetzt und spannten den Bogen von eingängiger Melancholie zu freudigem Aufbegehren.

 

Die „Celtic Fantasy“ lies die Virtualität der Künstler direkt erfahren. Ariana Burstein lässt ihr Cello brummen und zupft  die Saiten, Roberto Legnani nutzt seine Gitarre nahezu selbstverständlich fast wie ein Percussion-Instrument. Die Zuhörer konnten sich dabei zwischen Träumerei und erfrischendem Furioso wiederfinden.

 

 

 

Bei der ArbeitBei Enrique Granados "Villanesca" und Tomaso Albinonis wunderbarem Adagio konnten Ariana Burstein und Roberto Legnani ihre ganze Virtuosität ausspielen. Entsprechend dem Titel "Venezia" konnte man sich mühelos eine Gondelfahrt in Venedig vorstellen.Dabei wechselten Melodieführung und Begleitung fast unmerklich zwischen den beiden Instrumenten.

Granados ist als Komponist ein Verteter der Romantik und verarbeitete in seinen Kompositionen  regionale spanische Volksmusik. Er beinflusste durch seine Musik zahlreiche andere spanischen  Komponisten, und seine Werke wurden immer wieder auch für die klassiche Gitarre bearbeitet.

 

 

 

Bei Thomas Moores "Song of Fionnuala" und "The Coolin" konnte man sich direkt in die "irische Landschaft" und Kultur  versetzt fühlen. Das Cello unterstützte dabei die Stimmung durch unaufdringliche aber harmonische Kontrapunkte.

 

Das zu Grunde liegende Gedicht zum "Song of Fionnuala" können Sie hier nachlesen: (http://www.poemhunter.com/poem/the-song-of-fionnuala/)

 

NotenblattMit "Canarios" von Gaspar Sanz folgte der Eintritt in offene Lebensfreude und Bewegung. Man konnte sich dabei die wohlbekannten  spanischen Tänze vorstellen und war versucht sich in diesem Rhythmus mit zu bewegen.

 

 

 

Nach der Pause ging es spanisch weiter. Zur Freude der Zuhörer, die anschließend auch rauschenden Applaus spendeten, begann Roberto Legnani mit einem sehr bekannten spanischen Stück (Romance de amor) und Ariane Burstein entlockte dazu ihrem Instrument Töne, die man von einem Cello eigentlich gar nicht erwartete. Hier zeigte sich wiederum ihre technische Perfektion gepaart mit ihrer Liebe zur Musik.

 

Die Sinti-Suite begann mit einem hochemotionalen Tango, der die Liebe zum Tanz und die unbedingte Hingabe wunderbar zum Ausdruck brachte. Darauf folgte ein befreiender Übergang zu einem Swing, der instrumental ideal ausgestaltet war. Bei dem Titel "Schmetterlinge" fühlte man sich schnell auf eine blühende Wiese versetzt, auf der die Schmetterlinge nach Blüten suchten. Dabei wurden es immer mehr. Das dabei entstehende Schwirren wurde von Frau Burstein auf dem Cello überzeugend interpretiert, man konnte es direkt sinnlich spüren.

 

Beindruckend auch der Übergang in "Birkat Israel" mit drei jiddischen Impressionen. Mit "Shabbat kadosh" wird die Heiligung des Sabbath besungen, mit "Shma Israel" werden drei jüdische Lobsprüche erzählt  und mit "Mazal Tov" ein Glückwunsch ausgesprochen. Ein befreiender Ausklang des Konzerts.

Anmerkungen:
Sh'ma Israel, Höre Israel - Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist Einer.
Masel tov ist jiddisch bzw. hebräisch und bedeutet Viel Glück oder Viel Erfolg.


Nach dem Programm gab es noch zwei Zugaben, die erneut das ganze Können der beiden Künstler zum Ausdruck brachten.

Langer Beifall war die Folge.


Alles zusammen war es ein beeindruckender und gelungener Musik- bzw. Konzertabend, der allerdings eine etwas freundlicher und bequemer gestaltete Umgebung verdient gehabt hätte. Dieser total kahle Saal beeinträchtigte zwar nicht das musikalische Erlebnis selbst, aber doch die dadurch ausgestrahlte Anmutung und das Befinden eines großen Teils der Zuhörerschaft.

 

Falls nächstes Jahr das Künstlerpaar wieder nach Koblenz kommt, sollte das unbedingt bedacht werden.

 



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