08.03.2010 - 12:03 von Dipl.Päd. Manfred Schreiber (Kommentare: 0)
(GESAMTELTERNBEIRAT KOBLENZ)
Der Gesamtelternbeirat hat sich bereits kurz nach dem Amoklauf in Winnenden in seiner ersten Plenumssitzung am 23.03.2009 und dann sehr intensiv in der zweiten Sitzung am 08.06.2009 mit dem Thema Krisenintervention auseinandergesetzt.
In dieser zweiten Sitzung erläuterten Experten der Koblenzer Polizei, der ADD und der Stadt, welche Maßnahmen bereits eingeleitet bzw. noch geprüft wurden. Die Stadt Koblenz hat im Frühjahr 2009 damit begonnen den Stand der Sicherheit an den Schulen zu begutachten. Diese Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
Das Plenum beschloss, über die Elternvertreter im Schulträgerausschuss die Stadtverwaltung aufzufordern, möglichst bis Ende des Jahres 2009 ein abschließendes Konzept zur Erhöhung der Sicherheit an unseren Schulen zu erarbeiten und den für die Umsetzung erforderlichen Betrag in den Haushalt 2010 einzustellen.
In der Septembersitzung des Schulträgerausschusses wurde dies dann auch eingefordert. Auch in den folgenden Sitzungen im November und Januar stand dieses Thema jeweils auf der Tagesordnung des Schulträgerausschusses mit dem vorläufigen Ergebnis, dass der Stadtrat 100.000 € für erste Maßnahmen in 2010 eingeplant hat. Begonnen werden soll an den drei Berufsbilden Schulen und den Schulzentren Karthause und Asterstein. Ein umfassendes Konzept soll bis Ende 2010 erstellt werden.
Der Gesamtelternbeirat lehnt dies als völlig unzureichend ab!
Wir fordern:
Auch die Eltern wissen, dass eine absolute Sicherheit nicht zu erreichen ist, unsere Schulen können und sollen nicht zu „Hochsicherheitsbereichen“ ausgebaut werden. Es ist aber auch unstrittig, dass die Umsetzung unserer Forderungen mit dazu beiträgt, die Gefährdung unserer Kinder und auch die der Lehrerinnen und Lehrer in erheblichem Umfang zu minimieren.
Die bereits stattgefundenen Gespräche zwischen Stadt, Polizei, DRK, Feuerwehr und ADD ergaben im Ergebnis das gleiche Bild.
Die meisten Schulen haben sich mit der Bildung so genannter Krisenteams auf einen guten Weg gemacht, die Polizei unterstützt die Schulen in hervorragender Weise durch Beratungen vor Ort und der sehr wichtige Gesichtspunkt der Gewaltprävention wird verstärkt in den Klassen thematisiert.
Dies alles ist aber zwingend durch eine verbesserte technische Ausstattung der Schulgebäude zu unterstützen.
Es liegt den Eltern fern, Probleme herbeireden und Horrorszenarien entwickeln zu wollen. Koblenz ist aber nicht abgekoppelt vom Rest der Welt und die Eltern erwarten daher von der Kommunalpolitik, dass sie innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens die notwendigen Voraussetzungen schafft, um die Sicherheitslage der Schulen zu verbessern.
Der Gesamtelternbeirat ist sich sehr wohl der schwierigen Haushaltslage der Stadt bewusst. Diese darf aber kein Hinderungsgrund sein, mit der Gesundheit unserer Kinder und der Lehrkräfte „Russisch Roulette“ zu spielen. Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich immer aus einer Prioritätensetzung.
Wir Eltern erkennen an, dass eine Umsetzung unserer Forderungen allein schon wegen der großen Zahl der Schulen und der damit verbundenen erheblichen Kosten nicht sofort zu realisieren ist.
Andererseits fordern wir von der Politik, dass die notwendigen Maßnahmen deutlich schneller getroffen werden, als mit den viel zu geringen Mitteln für dieses Jahr zu erwarten ist. Wir sehen die 100.000 € nur als eine „Beruhigungspille“, die wegen ihrer homöopathischen Dosierung dem Patienten aber nicht wirklich hilft.
Im Gesamtelternbeirat Koblenz arbeiten die Schulelternbeiräte aller Koblenzer Schulen und Schularten zusammen. Er vertritt die Interessen der Eltern von über 23.000 Koblenzer Schülerinnen und Schüler gegenüber dem Rat der Stadt und in der Öffentlichkeit.
Gesamtelternbeirat Koblenz ● Lindenallee 18 ● 56077 Koblenz ● Tel.: 0261 – 77 99 3 ●
E-Mail: Ralf.Quirbach@gmx.de
Anmerkung der Redaktion:
"Auf die Kritik des Gesamtelternbeirats (siehe oben) reagierte am 4.3.10 die ADD in der üblichen bürokratischen Weise mit Rückweisung der "Vorwürfe". Kann man es sich so einfach machen?
Hier wird die Gesamtproblematik sehr einseitig auf administrative Maßnahmen eingegrenzt. Es geht ja wohl eher darum (das bedeutet ja der Begriff Prävention), dass mögliche Amokläufe nicht erst dann gestoppt werden, wenn sie schon im Vollzug sind. Hier muss vorher schon "pädagogisch" eingegriffen werden.
Die Aufgabe der ADD liegt hier darin, dass die Lehrer(innen) vor Ort schon in der täglichen Unterrichtsarbeit unterstützt werden müssten. Der Entwurf von Handlungsanleitungen (im Notfall) und ihre Verteilung genügt dabei nicht.
Die feststellbare Zunahme an Gewalttaten hat ihre Gründe. Diese müssten in gleichberechtigter Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten (Schüler,Eltern,Pädagogen,Aufsichtsbehörden,Sozialarbeiter etc.) untersucht und angegangen werden!" Nicht in abgeschlossenen Gremien darf entschieden werden, es bedarf eines "runden Tisches." (m.s.)
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